"Die Weisen heilen, was noch nicht krank ist."
Chinesische Weisheit

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GESCHICHTE DER TRADITIONELL CHINESISCHEN VETERINÄRMEDIZIN (TCVM)

 

Das Wissen um die Wirkung der Akupunkturnadeln ist sehr alt. Funde von primitiven Nadeln aus Stein gibt es bereits aus der Zeit um 10.000 bis 4.000 v. Chr. in der Inneren Mongolei.

Ca. 100 v. Chr. wurde die wichtigste Sammlung von Schriften verfasst und als Dialog zwischen dem "Gelben Kaiser" und seinem Leibarzt Qi Bo niedergeschrieben. Dies gilt als Grundlage der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM).

Im 7. Jh. wurde begonnen, auch Traditionell Chinesische Veterinärmedizin an den Universitäten zu lehren, wobei Pferde hier einen besonderen Stellenwert hatten, da sie für das Militär gebraucht wurden. Während in der Regel die beim Menschen identifizierten Akupunkturpunkte einfach auf das Tier übertragen werden (transpositionelles System), gibt es für das Pferd eigene Punktekarten (traditionelles System). Beide Systeme funktionieren und häufig liegen transpositionelle und traditionelle Punkte in direkter Nachbarschaft.

Im Jahre 1644 erschien das Standardwerk Bencao Gangmu (bei uns Materia Medica genannt) von Li Shi Zhen (1518-1593), in dem u.a. mehr als 2.000 Heilkräuter beschrieben werden und welches als größte wissenschaftliche Errungenschaft der Ming Dynastie gilt.

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WIKRUNGSWEISE

 

Ca. 82 % der klassischen Akupunkturpunkte befinden sich an Körperstellen, an denen ein Gefäß-Nerven-Bündel durch die oberflächliche Körperfaszie tritt. Durch Stimulation dieser Stellen werden elektrische Impulse gesetzt, die sich entlang aller Punkte einer Muskelkette (Meridian) fortsetzen. Dies hat Auswirkungen auf das Nervensystem, die Organe, Drüsen, das Immunsystem und die Blutgefäße. Dabei werden u.a. Endorphine freigesetzt, wodurch besonders die gute Wirkung bei Schmerzen zu erklären ist. Aber auch viele andere Erkrankungen und sogar Verhaltensauffälligkeiten lassen sich mit Akupunktur behandeln. Grundsätzlich geht es immer darum, den Organismus ins Gleichgewicht zu bringen und die Selbstheilung anzuregen. Je nach Chronizität der Erkrankung sind dafür mitunter mehrere Behandlungen über Wochen notwendig.

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INDIKATIONEN

  • Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Schmerzen, Verspannungen, Lahmheiten und Kissing Spines

  • chronische Erkrankungen der Organe ( z.B. Lunge, Magen/Darm, Haut)

  • akute Erkrankungen (je nach Schweregrad nur begleitend)

  • Verhaltensänderungen

KONTRAINDIKATIONEN

  • Trächtigkeit

  • Überempfindlichkeit gegen bestimmte Kräuter

KRÄUTER

Akupunktur ist nur eins von 5 Teilgebieten der TCM. Die weiteren sind Chinesische Phytotherapie, Diätetik, Tuina (Massage) und Gi Gong (Bewegungstechniken, Tai Qi).

In China nehmen die Phytotherapie und die Diätetik den größten Stellenwert ein.

Da Pferde als Pflanzenfresser die in den Kräutern enthaltenen Wirkstoffe besonders gut umsetzen können, ergänze ich meine Therapie sehr oft mit speziell angepassten Rezepturen. Dabei kommen sowohl westliche Kräuter in Teemischungen, als auch speziell zubereitete chinesische Kräutergranulate zum Einsatz. Mir ist die Herkunft dieser Käuter sehr wichtig und ich beziehe nur geprüfte Waren, die frei von Pestiziden und Schwermetallen sind. Besonders chinesiche Kräuter sollten nur von spezialisierten Apotheken bezogen werden, damit keine gefährdeten Arten oder sogar die falschen Pflanzen enthalten sind.